4. September – Loki: Biskuitkuchen & Met in der Lokean-Tradition (Sponge Cake Day)

Datum: 4. September
Tradition: Lokean-Tradition / Modernes Heidentum
Bedeutung: Ehrgedenken an Loki (Snackrifice) – den „ungewöhnlichen“ Gott
Brauchtum: Backen & Opfern eines Biskuitkuchens mit Met

Über das Fest:

Fast jeder kennt ihn, oder besser gesagt, glaubt ihn zu kennen: Loki Loftr Laufeyson, den Trickster, das Chaos, den Verursacher von Ragnarök und den, der immer „Probleme macht“.
Man hat ihn meist eher in der Darstellung aus den Superheldenfilmen im Kopf und denkt sich: achja, der, den man nicht ernst nehmen braucht.
Aber ist dem so?
Wer genauer hinsieht, merkt: Da fehlt einfach wahnsinnig viel.
Er ist so viel mehr und ganz anders, als man eigentlich glaubt, es lohnt sich, ihm Aufmerksamkeit zu schenken.

Am 4. September 2011 wurde erstmals der heutige Biskuitkuchen-Tag für Loki gefeiert.
Es ist löblich und überaus ehrenwert, die alten Tage und die alten Sitten sowie das alte Wissen neu zu entfachen, allerdings ist Glaube nichts Totes.
Es ist völlig in Ordnung, neue Wege zu gehen, alte Feste neu zu interpretieren und vieles mehr. Darum sind auf diesem Blog ja auch Feste, die noch sehr jung sind, eingeplant, gleichwohl wie die ältesten, die sich finden lassen.

Loki mit einer Gabe zu ehren bedeutet, einem Gott das Herz zu öffnen, der einem hilft, über den eigenen Schatten zu springen, der hilft, im Chaos nicht verloren zu gehen und der einem bei so vielem mehr helfen kann.

Warum der 4. September?
Der Biskuitkuchen gab den Anlass für den Feiertag am 4. September, der erstmals 2011 gefeiert wurde.
Auf Tumblr berichtete einst ein User davon, Loki einen Biskuitkuchen als Gabe darzubringen. Der betreffende Kuchen war ein ganz gewöhnlicher, gekaufter Biskuitkuchen mit Schlagsahne und Erdbeeren. Daraufhin forderten rekonstruktionistische Heathens historische Belege dafür, dass ein Biskuitkuchen als Opfergabe für Loki geeignet sei. Es folgten Monate an Trolling und Flame Wars – die Community nannte die Angelegenheit ironisch „Snackrifice“.
Lokeaner machten daraus schließlich ihren eigenen Feiertag – ganz nach dem Motto: Na und?

Ein eindeutig historischer Feiertag zu Lokis Ehren und auch konkrete historische Opfergaben für ihn sind hingegen nicht eindeutig belegbar.

Wie auch immer du ihn kennenlernst, welchen Aspekt von ihm du wirklich schätzt und wie du mit ihm arbeitest, das kannst nur du selbst wissen.
Aber wenn du mit ihm arbeitest, wirst du merken, er ist nicht so, wie er gern dargestellt wird.
Er ist so viel mehr.
Indem du ihm eine Gabe gibst, ehrst du ihn, sagst ihm „Danke“ – für was auch immer.
Sprich zu ihm, wenn du diesen Tag begehst, und keine Sorge, du kannst nichts falsch machen, denn Loki ist auf seine Weise wirklich etwas ganz und gar Besonderes und auf seine Weise auch ziemlich unberechenbar.

Für Lokis Feste gibt es keine Vorgaben. Wie auch?
Für einen historischen Festtag zu seinen Ehren und für konkrete historische Opfergaben, die eindeutig Loki zugeordnet werden können, fehlen uns belastbare Belege. Wenn es solche gab, sind sie nicht überliefert. Somit hast du völlig freie Hand.
Wenn du dir nicht sicher bist, wie du die Feier gestalten möchtest, dann frag ihn einfach. Du wirst es schon merken, was er möchte.

Da der Tag durch einen Biskuitkuchen begründet wurde, ist es die logische Wahl.
Versteif dich aber nicht darauf, Loki nimmt vieles gerne an.
Bei Lokeanern finden sich wiederum häufig sehr süße Gaben, und der „Fireball Whiskey“ ist oft das Getränk der Wahl.
Was du schlussendlich anbietest, ist allein deine Wahl, du hast „die Qual der Wahl“.

Zutaten:
Version 1 (Foto oben):
Für 2 Personen – Loki Style
• 3 große Eier (Größe L)
• 120 g Rohrzucker
• 4 Esslöffel lauwarmes Wasser
• 120 g Weizenmehl
• 1 TL Backpulver (ca. 8 g)
• 1 Prise Salz
• Met und Wasser nach Wunsch

Version 2 (Foto unten – durchgeschnitten: linke Hälfte mit Met, rechte Hälfte ohne Met):
Für 2 Personen – normaler Biskuit

• 4 Eier (Größe L)
• 80 g Kristallzucker
• 4 Esslöffel lauwarmes Wasser
• 160 g Weizenmehl
• 1 Teelöffel Backpulver (ca. 5–6 g)
• 1 Prise Salz
• Met nach Wunsch

Zubereitung:

  1. Heiz das Backrohr auf 180 °C Ober-/Unterhitze vor.
  2. Nimm einen Tortenring, schlag Backpapier rund herum damit der Teig drinnen bleibt.
  3. Trenn die Dotter und das Eiklar voneinander.
  4. Schlag das Eiklar mit einer Prise Salz steif und stell es beiseite.
  5. Rühr das Eigelb mit dem Zucker und dem lauwarmen Wasser so lange, bis es cremig weiß aufschlägt (ca. 5-8 Minuten je nach Gerät). Das Volumen sollte sich deutlich vergrößert haben.
  6. Misch Mehl und Backpulver in einer extra Schüssel.
  7. Heb die Mehlmischung und den Eischnee vorsichtig unter die Eigelbmischung. Nicht rühren! Sonst geht nur die mühsam eingeschlagene Luft raus.
  8. Füll den Teig in die vorbereitete Form, streich ihn glatt und back ihn ca. 15 Minuten. Lass dabei die Ofentür zu. Nach 15 Minuten stich mit einem Holzspieß, einer langen Nadel oder der Spitze eines Messers hinein. Bleibt was kleben, sollte der Kuchen noch weiter backen.
  9. Dreh die Temperatur auf 100 °C und lass den Kuchen 5 Minuten backen. Bleibt bei der neuen Stichprobe nichts kleben, nimm den Kuchen heraus.
  10. Fahr mit einem Messer am Rand entlang, leg ein Teller auf die Form und stürz den Kuchen auf den Kopf. Damit erreichst du ein schönes, ebenmäßiges Ergebnis wie am Foto.
  11. Stell den Kuchen beiseite, lass ihn einige Minuten abkühlen. Misch in der Zeit Met und Wasser 50/50.
  12. Bestreiche den Kuchen oben und an den Seiten mit der Mischung (oder Met pur oder gar nicht), bis er nicht mehr krustig, sondern weicher wird.
  13. Lass den Kuchen etwas abkühlen und serviere ihn noch leicht warm.

Lokis Humor:

Dieser Biskuitkuchen ist wirklich, richtig süß!
Mit einer zarten Duftnote nach Met.

Der Kuchen am Foto oben ist gewiss nicht perfekt, aber dafür ungeplant so süß wie Lokeaner ihre Gaben häufig geben.
Es war reiner Zufall, da ich keinerlei Erfahrung im Backen habe.

Wer das Rezept weniger süß haben möchte (Empfehlung!), nimmt besser Version 2. Es war der zweite Versuch eines Biskuitkuchens und deutlich weniger süß – selbst wenn Met pur aufgepinselt wird.

Gerade Loki wird kaum Wert darauf legen, dass die Gaben, die er bekommt, materiell sehr teuer sein müssen. Aber er schätzt es, wenn sich jemand die Mühe macht und selbst tätig wird. Ein Kuchen kann leicht gekauft werden und mag sehr lecker sein – aber ein selbst gemachter Kuchen, auch wenn er nicht perfekt ist, ist als Gabe stimmiger.

Trau dich! Kaufen geht später immer noch.

Biskuitkuchen geteilt - links mit Met, rechts ohne Met

Worum du ihn bitten kannst, wenn du seine Hilfe möchtest:
Loki gilt als vieles, von verschlagen und hinterhältig bis zum Tröster und Helfer in der Not.
Wie du ihn siehst, kannst nur du selbst wissen.
Doch wenn du ihn um Hilfe bittest, sei dir im Klaren darüber, dass die Hilfe ein wenig anders ausfallen könnte, als du glaubst. Erwarte nicht, dass dein Leben nachher noch so weitergeht wie es vorher war 😉
Wähle, was dir wirklich wichtig ist und bitte darum:

Lass mich eine Lösung für …. finden.
Hilf mir, einen Ausweg aus meiner Erstarrung zu finden.
Gib mir die Möglichkeit zu sehen, was ich bis jetzt nicht gesehen habe.

Denk um die Ecke, nicht mit dem Kopf durch die Wand (dafür sind andere zuständig – Empfehlung z.B. Thor)


Loki hat vermutlich den Humor dafür, dass er an seinem eigenen Festtag besonders kreativ wird. Möchtest du das riskieren?
Auf eigene Gefahr.

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Verweise:
Die „The Troth“ führt den Biskuitkuchen Tag als modernen Feiertag für Loki und beschreibt seine Entstehung im Jahr 2011

Literaturempfehlung:
Poetische Edda
: Lokasenna, Þrymskviða, Hymiskviða, Vǫluspá, Grímnismál
Prosa Edda (Snorri): Gylfaginning, Skáldskaparmál

Literaturempfehlung zu Loki:
•) Loki – ein mythologisches Problem
von Folke Ström (Ausgabe 2018)
•) Loki Laufeyson – die Geschichte eines Gottes von Renate Steinbach (Ausgabe von 2012)
•) Der Chaos-Gott Loki – die Götter der Germanen – Band 16 von Harry Eilenstein (Ausgabe 2011)
•) Unbinding the Trickster – a Collection of Lokean Verse, Rokkr Chants, and heathen poetry von Gralok Loptsson (Ausgabe von 2023)
•) Loki – Beweger der Geschichten von Yvonne S. Bonnetain (Ausgabe von 2015)
•) Beyond Reason von Heather Freysdottir (Ausgabe von 2015)
•) Loki – Trickster and Transformer von Dagulf Loptson (Ausgabe von 2020)

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