Wie „der alte Weg“ definiert wird ist nicht ganz einheitlich.
Wie „alte Sitte“ definiert wird – auch hier kann die Definition verschieden sein.
Meiner Ansicht nach passen viele Wege dazu, nicht ein einziger.
Hier zeig ich dir, was ich unter dem alten Weg verstehe und wie ich ihn gehe.
Nicht, damit du ihn 1zu1 kopierst, sondern damit du weißt, du hast das Recht den alten Weg für dich selbst zu definieren.
Für mich gehört vor allem das dazu:
* Selbstversorgung (soweit es möglich ist) – eine komplette Entkoppelung ist fast nicht möglich
* Gesund leben – im Grund iss gesund, lebe gesund, achte auf deine Gesundheit und deinen Körper – soweit es für dich möglich ist – nicht alle haben die gleichen Grundvoraussetzungen
* Achte die spirituellen Wege – welchen du für dich wählst, kannst nur du wissen
Das sind meine „3 Säulen des alten Weges“. Ich habe zunehmend den Eindruck, dass Mensch, Tier und Natur nicht viel mehr als Ressourcen sind, die funktionieren oder entsorgt werden und wo es mit Vorsicht zu genießen ist, was wir heute haben.
Vielleicht begann der erste Umschwung mit dem Monotheismus.
Vielleicht begann er mit dem Arbeitethos von Martin Luther.
Vielleicht begann er mit der Industrialisierung.
Es gibt viele „vielleichts“.
Du musst das nicht so sehen wie ich, aber nach vielen Jahren wirkt die moderne Zeit auf mich:
Arbeit entkoppelt von Sinn, gebunden an Zeit, Ort und Kontrolle.
Der eigentliche Bruch beginnt mit der frühen Neuzeit.
Mit der Verschiebung von:
„Ich arbeite, weil es Teil meines Lebens ist“
zu:
„Ich arbeite, weil ich muss – unabhängig von mir“
* Enclosure Movement (16.–18. Jh.)
Bauern verlieren Zugang zu Land → Selbstversorgung bricht weg → Menschen werden gezwungen, ihre Arbeitskraft zu verkaufen. → Einer der ersten echten Zwangspunkte.
* Protestantische Reformation (ab 1517)
Arbeit wird moralisch aufgeladen („Pflicht“, „Disziplin“, „Fleiß als Tugend“) → Nicht der Ursprung, aber eine massive Verstärkung.
* Industrielle Revolution
Zeit wird standardisiert, Arbeit wird fremdbestimmt, Präsenz wird Pflicht. → Fabrik = du verkaufst deine Zeit, nicht dein Können.
frühes 20. Jh.: Henry Ford (recherchier selbst nach „Fords Sociological Department“)
Wo früher das Leben MIT der Natur galt – ist es heute anders.
„Unser Können zählt nicht mehr – nur noch das System.“
Wenn man es brutal klar sagt:
Der Anfang liegt dort, wo Menschen den Zugang zu eigenem Lebensraum verlieren und gezwungen werden, Zeit gegen Überleben zu tauschen. Alles danach – Religion, Industrie, Karriere – baut darauf auf.
Heute gilt: Präsenzkultur, Verfügbarkeit, Ressource
Ich sage nicht, dass früher alles besser war.
Ein gutes Gegenbeispiel sind die Bücher des spanischen Anwalts Ildefonso Falcones (mit Hobby mittelalterliche Rechtskunde) der das mittelalterliche Rechtssystem sehr gut eingebaut hat.
Ich sage nur, die Verbindung zur Natur war eine andere als Heute.
Ich kann dir nur zeigen wie ich den alten Weg sehe – wie siehst du ihn?